2007-07-20

VERWIRRUNG




















„ja, woher denn!“ das erstaunen über das aberrende der errenden. warum denn, wenn alles daerrende sich seiner so platzig ist? ist alles aberrende nicht auch genau da wo es errt? schnell weg, dahin wo die errtronen blühn, gäll!


[se:070720]

> migration > asyl > etc. > scheich

TITEL

die titel sind auf der rückseite der travelogues angegeben: man soll nicht vorher schon gewusst haben, was man nachher schon gewusst zu haben vermeint.
(vermerk auf den „blue fields“ )
[se:990606]

die lust an titeln, an all den ungeschriebenen romanen - diese ganze fülle von lebens- und weltentwürfen, die so ganz gratis in worte gesetzt werden und als grossartiger spuk des potentiellen die membran des fantasieorgans zum schwingen bringt.

[se:990710]

„Überall Augen und Ohren! - Wie man mit der Nase sehen und mit den Fingern hören kann.“
von Dr.W.Schweisheimer (Die weite Welt, 1923)

„I was shot in the head twice - & back at work in 3 hours.“
(National Enquirer, 1994)

titel : ja jetzt :

[se:070720]

>sockel > vermehrung

öd und pussy (: no way : kindergarten : freudian slip)


was dann kindergärtler so an bildnerischem gestalten hervorbringen : das, was ich gemacht hab, ist mir rätselhaft (auch wenn ich das bild meiner mutter geschenkt habe). mit freud kann ich mir da neue, wunderliche geschichten ausdenken, als hätt ich den ödipus damals erlebt : als wär das eine geschichte, die auf mich passt, ganz à la freud. ich denk aber nicht, dass es so war oder ist. ich denk heute überhaupt nicht, dass da mehr war, als dass ich eine zeichnung machte, die mir grad durch das märchenhirnpfurzte. und ich stieg beinah jede nacht in das bett meiner eltern und kuschelte rum. und das tat mir gut. kann ich nicht das bild als etwas verkrampfte märcheninterpretation sehen? oder, wenn dann der zeitgeist mich packen würd (oder tätigte) : ich hab was schlimmes erlebt? forget it : ich hab damals doch garnix kapiert, hab masturbiert, war grad ganz glücklich im leben, soweit das halt ging und geht : und warumschreib ich jetzt überhaupt was : weil ich unverminderten spass an dem bildli haben will und mir ganz viele interpretanautipsychosen erspart geblieben sind : weiss wer was warum und wieso : die traumaindustrie nervt mich – ich denk, dass es menschen gibt, die mehr grund zu desperatheit haben. die subtilitäten der hofreitschullippizanerhochleistungszivilisationen gehen mir nicht unter die haut. an die haut gehen die interpretationen. die brauch ich nicht. bitz wach sein schon. und das ist subjektiv : da gibt’s keine theorien, hierarchien schon gar nicht.

[se:070720]

> oden > oh, darwin > quiet

2007-07-17

RADIEREN, AUS

wieviel, wieso es etwas auszuradieren gibt, soviel, und vor allem dieses, oder präziser was denn genau, und warum ist diese menge gummi, die ja irgendwie proportional zu entschwindendem und verworfenem ist : wie ist das je verständlich?

(rio-läufer: davonlaufen? oder, mit freier fantasie rubbelies auf den tisch, neben das gewollte, verworfene hinzeichnen. der abfall als ewig, immer wieder gelungenes. (ab-fall : weg fallen von).

zurückkommen. zum unausradierten unverbesserlichen. zum utopischen vor dem gummi, zum utopischen, wenn der gummi davongelaufen ist. in den gummiabfallbereich : die gummikrümel sind voll von allem mehrfach existierendem : utopien im müll. wenn utopien, dann im verworfenen, wo denn sonst gibt es die reichhaltigkeit des “vorher wusste ich es auch schon, dass ich es nachher besser wissen werde”. hier müsste ein märchen erzählt werden: nur dass ich märchenverlassen bin. so sind auch die märchen: verlassen, ohne verlass.

der zwang, eine geschichte zu erzählen, ist so rührernd, vor allem wenn das märchen gut ist und der radiergummi bei der hand (bei fuss?), dass ich gerne vergesse, dass diese geschichte schwer an meiner badehose und allen schiffsrümpfen vorbeifegt. man könnte das jetzt auch mit sinnlichkeiten und metaphern vollpfropfen – aber das wäre dann wieder nur radiergummi. es geht hier nicht um den perfekten satz, der jedes leben in die unsterblichkeit hebt, aber doch schon, aber ganz präzis auch nicht. so schön kann ein radiergummi sein.

tränen sind die radiergummis der seele. die tränen. und das meer ist der urwald der gummibäume.

versetzt werden ist die katapultiermaschine, die etwas von einem zum anderen kippt.














[se:020313]
>oh, darwin > und grundsätzlich: vergessen

REDUNDANZ - RUNDTANZ

in einem eher redundanten text von wiglaf droste („*ist journalist, satiriker, schriftsteller, sänger und lebt in berlin. [...] 2005 erhielt er den „annette-von-droste-hülshoff-preis“ etc. : o-ton TA, 4.august 2006, seite 37) : - (und da darf man gleich beiden den reduntanz-preis verleihen) - steht: „Die Sprecherin erhob sich und nötigte ihre Begleiter, es ihr gleichzutun. «Ich hab noch einen schönen Rundtanz für uns» drohte sie. «Das Lied heisst 'Die Ulme' und stammt aus Litauen.» Sie wandte sich dem CD-Spieler zu. Schleunigst rakte ich meine Sachen zusammen, warf sie in den Fahrradkorb und zischte auf meiner treuen Gazelle davon. Zwischen meinen Ohren aber hatte ich Milva: «...ganz Frau und trotzdem freii zu seiin» - Wieso eigentlich «trotzdem»?“

((und wieso zwischen den ohren – da ist bei anderen das hirn und nicht die milva))

ich las statt ‚rundtanz’ ‚redundanz’, liess den Tages-Anzeiger schwalbenflügern in das altpapier segeln und zischte unpublizierbare injurien.

[se:070715]

2007-07-14

KOHLE


























[mvs: 05....]
> arbeitsvermögen > kapital

2007-07-12

LEMMA, LEMMATA (pl.)

das lemma ist der wunderschönste hin-, ver- und ins-leere-führende-weis-flick (ein naseweis sondergleichen und den präriehunden & murmeltieren verwandt): kommt man in die nähe von lemmata, dann pfeift das wachhabende lemma und alle anderen lemmata verschwinden blitzartig in die lücken des textes. der genasführte leser stutzt, die ‹anals’ = pinggeligen verdammen die enzyklopädisten und die neugierigen suchen weiter im gebirge oder in der prärie weiter. die freunde der lemmata, die lemmataphilen, seit kindsbeinen vertraut mit dem seltsamen verhalten der lemmata, verhalten sich ruhig (ein schmunzeln ziert oft selbst die gesichter der ältesten lemmatakenner) und beginnen zu wundern, denken, träumen und sich notizen zu machen.

dieses verhalten wurde von ferdinand de saussure, ludwig wittgenstein, roland barthes und vielen anderen studiert, beschrieben und analysiert – allerdings sind wenig erfolge in bezug auf das paarungsverhalten der lemmata zu verzeichnen. weitere feldstudien liegen zwar vor, zb. von jorge luis borges, aber auch diese dringen nicht in das herz des sozialverhaltens der lemmata vor.

frank zappa hat das alles ebensowenig verstanden oder vielmehr missverstanden als er (als hommage an die lemmataphilen?), dichtete und sang: «i have a big dilemma with my big leg emma» wie auch die meisten beteiligten am notorisch berühmten ‹lemmatastreit’ – mehr: vide ‹lemmatastreit’.
frank zappa kann man nicht grad unbedingt ‚lit.:’ nennen, aber trotzdem spannend (hier kommt dann eine discographie hin, vielleicht).

die fussnoten versacken in blogtexten - die muss man extra reinmontieren : auch ein trübes blogleben : ganz ohne fussnoten.

also hier, das gehört jetzt einfach irgendwohin in den text oben :
und ein buch so ganz voll nur mit lemmata, das würd ich noch immer gerne machen. ein lemmata-nestbau, mit ganz vielen unterirdischen höhlengängen, so verzweigt, dass die ganze babylonische bibliothek von borges mehrfach unterwühlt ist und in sich selbst ins gwaggeln kommt. und sich trotzdem ein bisschen freuen darf in all dem absolutistischen wahn (als ob sich ein buch, eine wort- und letternfolge, nach ganz langer zeit gefunden hätte und sich in arme die fällt) : so viel wispern in so vielen worten. und der mond muss nicht immer scheinen - nur manchmal, wenn ein lemma vorbeihuscht, blitzt der silbrige pelz im mondschein auf.
seltsam, respektive klassischer nepotismus, ist, wie sich bei mir die lemmata ganz schnell in der alphabetisch oder grad-durch-gedanken vorgegebenen familie verbandeln: und jedes weist auf sich zurück, so mit dem kurzen umweg über die geliebten, oder auch nur verschwägerten. ja, und manchmal ist der bezug auch nur homophon. auch das ist eine variante der familienbildung. genauso wie das gegenteil, das heterophone. (>raymond roussel; autismus)


[se:030611/040223]

> kopfnote > naseweis > fussnoten > lemmatastreit > selbstreferentiell

GLOBAL VILLAGE IDIOT I

not that i think i was born as an idiot – but i’m still working on it.



















[se:070712]

> buZ bluRR > lakonisch


2007-07-02

ALEXITHYMIE


nicht lesbarkeit von gefühlen und mangel an gefühlskommunikation (supposedly a neuro-problem - not definitely located).

what do we pick up on the way of spending our time as human beings - what do we read?
(‘how to read’ by ezra pound: a brilliant try to explain the inexplainable to the innocents (- if you ain’t got the organ to digest whatever is happening you’ll miss it (whether you care or not, but you might not even know so you won’t care - and so on).) the interesting question here is: ‘how can one develop an organ which one doesn’t even know what it would do for one but one feels a lack or need of for it’.)

(spontane reaktion von m. e. auf die frage (se) „was ist alexithymie?“ : „das gegenteil von empathie“.)

(more info requested)
[se: 990910]

> unfindige erfindungen I

2007-06-30

2007-06-28

POINT

don’t point out things to cats with your fingertip - they got the point already and concentrate on your fingertip.
















too bright to be fooled.


















(and all the rest of semiotic fun: „le signifie et le signifiant“ de roland barthes, and wittgenstein said „nothing“ (didn’t he?) - don’t worry: i made it all up by myself, but i couldn’t kid a cat with all those somersaults and that woopeedoodadaa tightrope walking yet - so why should it fool anyone except me.)


[se:990703]


> beste, das > pour en finir avec… > pokalbeweis >

2007-06-18

WORK IN REGRESS



enzyklopenwerkeln, ganz einäugig : im röhrenblickgewirr. ist alles unfertig : aber so ist es bei mir : work in regress, fasnachtig verkleidet als progress, unter allem halt immer bitz na ja : heut, grad jetzt. also gar nicht in eine richtung auf der zeitachse : aber schon damals heute : schreiben als plumpsklo : irgendwohin geht alles : wie das gedächtnis mit den menschlein hinter dem rücken spielt : kasperlitheater : wer weiss denn genau, was hinter dem aufbau abgeht : man weiss immerhin : ‚aufbau’ (!) : und denkt sich dann was : = ich sockle mich auf dem aufbau des ‚aufbauwissens’.
der sockel ist noch immer das geheimnis des individuums, das auf ihm steht. it’s so abhorrent that i have almost no other chance but to cohorrently fail. and i’m glad to do so (no chance to do not).


[se:070617]

> katzenschlauheit > oh darwin : die fischstäbchen schwimmen! >

2007-06-03

IN GENERAL : LET'S GET HOME BEFORE WE RUN OUT OF GAS

one out of many options, not the least favorable though : let's get home before we run out of gas (courtesy chuck berry - but i might have had that idea too). if we know where home is, that is.

"endstation! nach allen richtungen umsteigen!" (o-ton buschauffeur in pfäffikon zh.)

[se:070603/070610]

NO! N : nachruf : nichts nirgend niemand nie : O : obituary : oh only one existence, and how missing!


now we are not supposed to wonder, but to grief : and so it is : the cat is dead. there are no words to comfort us : she is gone. no words will ever comfort me, ever. it is as it is : gone for ever.

the gods who invented dead, he or she or they (if there is a quasi committee of them) should be condemned to eternal grief; the gods, who do not exist, and therefore are not responsible for nothing and any of the sort of it, should finally be run over by a car : the sooner the better.

fate : if you can hear me (you seem to be deaf anyway) : hammer yourself, then let your hammer rest and take some comforting pills : have a rest or hide in a tomb (but never ever use your bad spells on any existing thing or existence anymore : you suck - and you sure know it!) : you are no good for any of us - put a spell on yourself, harm yourself and let us fuck up in peace. we surly can do worse than you, but we can do better, once in a while, if you let us wish our wishes and let us : whatever : not that we know what to do with our wishes, but : leave us alone! it can't get worse.

GODS, GODDESSES, FATE! : under whatever name you make your appearances! : FUCK OFF! we don't need you! you are a pain in the bum, and even worse : in the heart (which you tend to talk to, don't you, but which you only exert).

in one word : there is no need for you. there is enough pain - got it? (get a fucking life and do with it what ever you want - 'but next time you see me coming you better run' : no kidding here pal - i will come after you : be scared : i'm worse than you : cause you taught me! (and for gods and fates sake : i'm a good student, worse than that : i've got a brain; even worse : i use it, and worst: i use it against you! (and you, supposedly the brain of all brains : forget it! there is no brain at all. it's only blood pumping through a system - the important things got nothing to do with it : it's all there (metaphysics), and we are all a bit short of it. or something. i'm here, i'm listening. i'm wide awake : and all i can say is : YOU STAY OUT OF MY LIFE! : 'cause i've got one. AND I MAKE YOU TO STAY OUT OF IT - UNDERSTOOD!)))

no, it can't get any worse - no relief :



[se:070603]

> missing > gods, if there are any > felinosophy > screaming jay hawkins >

2007-05-31

LAST WORDS (IN NOVELS) I

Laurence Sterne : The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman :

"L-d! said my mother, what is all this story about? -
A Cock and a Bull, said Yorick. And one of the best of its kind, I ever heard."

THE END


Ivy Compton-Burnett : Ein Gott und seine Gaben (A God and His Gifts) :

"Die ersten Schritte auf einem langen Weg. Sie sollten ihn nicht in eine falsche Richtung führen. Er wird erwachsen werden und zu heiraten haben wie jeder andere Mann."
"Heiraten", murmelte Henry vor sich hin.
"Eine Frau haben, die mit dir zusammenlebt", sagte Hereward. "Wen möchtest du denn haben?"
"Die liebe Maud", entgegnete Henry, und es war klar, dass er damit das Thema zu einem befriedigenden Abschluss gebracht haben wollte.

ENDE


Jean Paul : Der Komet :

(bei jean paul weiss man nie ganz so genau, wann ein buch zuende ist. nicht nur, weil er sagte, dass er eigentlich nur an einem buch schreibe. auch weil dem hauptteil dann noch rattenschwänze von enklaven, herbstbluminen und komische anhänge folgen. ich setze also etwas willkürlich ein, wie er etwas willkürlich endet.)

"Alle traten weit von ihm hinweg, nicht aus Furcht, sondern vor Entsetzen."

und eben nicht : ENDE. sondern


more to follow...


[se:070531/070601]

> schnüerlischrift > mares and mice and nightmares etc. > lullabies > last words (in journals) II >

2007-05-26

INTENDED - REALIZED III (OK, i did it)

"can this really be the end?" bob dylan



[se:070526]

> intended - realized I > intended - realized II > geisteszustände >

EVOLUTION


























"Der Mensch unterscheidet sich vom Thier nicht zuletzt dadurch, dass er lachen kann." (auch das ist eine fürchterlich humorlose unterstellung.)



[se:070526]


> staubecken > stottering blues (stoibecken) > gender studies > es wird sich schon ergeben >

2007-05-25

DE L'AMOUR (ÜBER DIE LEMUREN)

love never rusts - rust never rests :

then:




as replacements : not necessarily appropriate :






now:




> gender studies > schnell, schnell

2007-05-24

JOYCE, JAMES & DIDDLEY, BO (rhythm : strange but true)

why james joyce liked bo diddley (and probably not vice versa, but who am i to diddley) : because bo knew more about diddley than james knew about choice (assumption! sic!) - because james knew diddley by heart - and knew how to handle it : because bo knew how to handle choice : because diddley knows all but nothing.





and nothing knows all by heart : diddley, (choice) and james. ((who's nothing : i'm scared! - don't be : it's only nothing babbling.))


very logical all that, if you have a choyce (and don't know diddley bo't all).

it all sounds easy - and it is.

and bo diddley, the grand master of gender studies, says : hey :



[se:070524]

> pun > joyce, james > diddley, bo > paul, jean > hans, heiri > dylan, bob > gruss (stierkalb) > schlagzeile > gender studies (very much at the end of it) > joyce : ulysses : aeolus >